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NEWSLETTER
Bildung und Integration 1/2020

"Wer nichts weiß, muss alles glauben."
                                    Marie von Ebner-Eschenbach




Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem neuen Format Newsletter „Bildung und Integration“ wollen wir Sie künftig regelmäßig und mehrmals im Jahr über Aktivitäten und Angebote im Bereich Bildung und Integration in der Bildungslandschaft des Kreises Borken zu informieren.

Bildungsangebote werden für verschiedenste Zielgruppen und auch gemeinsam mit Partner*innen, also mit Ihnen, realisiert. Dafür unser herzlichsten Dank.

In der herausfordernden Zeit der Corona-Pandemie wurden vornehmlich digitale Bildungsangebote entwickelt und den Akteur*innen zur Verfügung gestellt. Diese finden Sie im Newsletter beschrieben. Um den Zugang zu Bildungsangeboten und das Miteinander weiter zu gestalten, finden hoffentlich in naher Zukunft wieder zunehmend auch Präsenzveranstaltungen im Bildungsbereich statt.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!

Bleiben Sie gesund!
Viele Grüße aus dem Kreishaus
Dr. Ansgar Hörster + Elisabeth Büning




„Griffbereit“ und „Rucksack Kita“ jetzt auch digital

Frühkindliche Entwicklung und Elternbildung sind die Schwerpunkte dieser Bildungsprogramme für Familien mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Die coronabedingte Pause der Gruppentreffen und der Präsenztermine mit den Elternbegleiterinnen hat eine Menge Kreativität im KI bei der digitalen Weiterentwicklung der Programme bewirkt. Die Eltern haben nun die Möglichkeit, digital Arbeitsblätter, Spielanregungen, Nähtipps für Alltagsmasken und aktuelle Informationen zum Thema „Corona“ sowie zum Schul- und Kita-Start in ihren Sprachen zu bekommen.

Die aktuelle Zeit ist eine Herausforderung für viele Familien der Griffbereit- und Rucksack-Gruppen: Fehlende Rückzugsmöglichkeiten aufgrund beengter Wohnverhältnisse oder mangelnde technische Ausstattung, damit die Kinder digital ihre Hausaufgaben erledigen können, erschweren die Situation zusätzlich. Aus diesem Grund finden neben den Videokonferenzen viele telefonische Gespräche zwischen den Elternbegleiterinnen und Eltern statt. Auch ist es für die Eltern nicht einfach, ihre Kinder gut beim „Homeschooling“ unterstützen zu können, da sie zum Teil nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Die Resonanz der Familien auf die unterschiedlichen Angebote ist insgesamt positiv. Für viele Eltern, die häufig keine Verwandten oder noch keine Freundeskreise in Deutschland haben, sind die sozialen Kontakte in den Gruppen unglaublich wertvoll und wichtig. Begeistert schicken einige auch Fotos von gemalten Bildern oder Bastelobjekten oder schlagen zum Teil eigene Ideen vor. Andere Familien nutzen öfter die persönlichen Telefonate mit den Elternbegleiterinnen, die häufig Hilfestellungen in der Muttersprache geben.

Im Normalbetrieb treffen sich Eltern mit ihren Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren zusammen mit ausgebildeten Elternbegleiterinnen in den Griffbereit-Gruppen. Gemeinsam führen sie kleinkindgerechte Aktivitäten durch und schaffen somit wichtige Grundlagen zum Erwerb der Sprachkompetenz. Die Eltern sind dabei ein wichtiger Bestandteil: Sie dienen als sprachliche Vorbilder und bekommen gleichzeitig Tipps, wie zum Beispiel das Potenzial der Mehrsprachigkeit bei Kindern ausgeschöpft werden kann. Wenn die Jungen und Mädchen älter sind und die Kita besuchen, treffen sich die Eltern ohne ihre Kinder in den Rucksack-Gruppen zu Themen wie Erziehungsvorstellungen, Lösen von Konflikten, Gesundheit und Ernährung, Literacy und Mehrsprachigkeit und vieles mehr.

Mit der Unterstützung des KI des Kreises Borken gründeten sich die ersten Projekt-Gruppen vor zweieinhalb Jahren. Mittlerweile treffen sich im Kreisgebiet regelmäßig neun Gruppen und drei Rucksack Gruppen. Das Land NRW fördert diese Programme.

Mehr Informationen zu den Familienbildungsprogrammen gibt es unter "Frühe Bildung“.




Onlinefachtag - Interkulturelles Netzwerk

Ungewohnt, neu und erfolgreich war der erste Online-Fachtag des Interkulturellen Netzwerkes. 30 Teilnehmende aus dem gesamten Kreis Borken nahmen teil. Viele offene Fragen zur Kontaktgestaltung in der Migrationsarbeit konnten angesprochen werden.

Die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen prägen seit Anfang März auch die Integrationsarbeit im Kreis Borken. Doch trotz der Herausforderungen durch das Corona-Virus geht das Engagement für die Integration von zugewanderten und geflüchteten Menschen im Kreis Borken weiter.

Die Mitgliedsorganisationen des Interkulturellen Netzwerks Westmünsterland, bestehend aus freien Trägern der Wohlfahrtspflege, von Bildungseinrichtungen und öffentlichen Trägern im Kreis Borken, haben sich zu einem Online-Fachaustausch zusammengefunden und eine erste Zwischenbilanz gezogen:

  • Was funktioniert bereits gut, und was können die Netzwerkpartner*innen von anderen lernen und übernehmen?
  • Wo werden aber auch noch Bedarfe gesehen, um die Integrationsarbeit in Zeiten von Corona zu verbessern und weiterzuentwickeln?
Durch den Kreissportbund Borken e.V , die GEBA mbH sowie das Kommunale Integrationszentrum Kreis Borken wurden drei erfolgreich umgesetzte Ansätze vorgestellt und die Möglichkeiten und Herausforderungen der Arbeit mit unterschiedlichsten Zielgruppen in der aktuellen Situation angesprochen und diskutiert.

Das Interkulturelle Netzwerk wird diesen Austausch weiter fortführen und gemeinsam nach innovativen Lösungen für die Integrationsarbeit suchen. Das Netzwerk wurde bei der Durchführung der Veranstaltung durch die context - interkulturelle kommunikation & bildung GbR aus Köln untersützt. Mehr Informationen zum Interkulturellen Netzwerk Westmünsterland finden Sie unter https://www.interkulturelles-netzwerk-westmuensterland.de





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Familie forscht - KiTas und Schulen forschen auch

Wie schnell vergeht die Zeit? Wie viel Gewicht trägt unser Papier? Was krabbelt da? Statt in der Schule wird zuhause gelernt. Mehrmals wöchentlich stellen die unten genannten Akteure Experimente auf die Homepages der Partner. Die Versuche richten sich an Kinder in der KiTa und im Grundschulalter, wobei die Kinder sich dafür entscheiden können, die Experimente in einem Forscherheft festzuhalten und mit diesem einen Preis zu gewinnen.

Was zuerst als ein sechswöchiges digitales Projekt „Familie forscht“ angedacht war, wurde inzwischen weiterentwickelt zu „KiTas und Schulen forschen auch“. Das Angebot besteht bis zu den Sommerferien und die Lehrkräfte haben die Möglichkeit, die Experimente in ihren Wochenplan einzubinden. Da die Forscherkarten zusätzlich in sprachsensibler Form vorliegen, profitieren auch Inklusionsklassen davon.

Bild Kind forscht Die Aktion ist ein Kooperationsprojekt des BNE-Regionalzentrums, der Biologischen Station Zwillbrock, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dem Klimakreis Borken, der Presse und des Bildungskreises. Alle Mitwirkenden sind sich einig, dass grade das Zuhause auch ein außerschulischer Lernort ist.

Die Sprachmittler des Kommunalen Integrationszentrums (KI) übersetzen die Experimente in mehrere Sprachen, so dass auch Kinder mit Migrationshintergrund die Chance haben, die Experimente mit ihren Eltern zuhause durchführen zu können.

Noch mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie unter „Familie forscht“




Elternschaft in Zeiten von Corona

Basierend auf dem Beziehungskonzept „Neue Autorität“ hat Prof. Dr. Haim Omer gemeinsam mit seiner Frau Dr. Rina Omer einige Informationen zum Thema Krise und Kontinuität in den Corona-Zeiten für Eltern, Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen zusammengestellt. Mit dem Einverständnis der Autoren übersetzten die Sprachmittler*innen des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Borken die Empfehlungen in verschiedene Sprachen, damit möglichst viele Familien davon profitieren können.

Das Konzept „Neue Autorität“ ist im Kreis Borken seit vielen Jahren bekannt und wird sowohl in der Jugendhilfe als auch Schule umgesetzt. Im Februar 2020 fand im Kreis Borken ein Fachtag „Neue Autorität“ aus Schule und Jugendhilfe statt. Die Resonanz war enorm, 380 Fachkräfte wollten sich diesen Tag nicht entgehen lassen.

Die englische Version ist das Original von Prof. Dr. Haim Omer und Dr. Rina Omer. Die Übersetzungen mit eingekürztem Theorieteil finden Sie unter Schulsozialarbeit.




Sprachmittlerkonferenz Übersetzungen auch in der Coronazeit -
Telefonkonferenzen machen es möglich

Eine Vielzahl von Corona-Informationen, die auf der Internetseite des Kreises für die Bürger*innen zur Verfügung stehen, sind dank der Sprachmittler*innen auch in vielen Herkunftssprachen zu lesen.
Für persönliche Gespräche vermittelt das Kommunale Intergrationszentrum (KI) nun auch Telefonkonferenzen. In dieser besonderen Krisensituation unterstützt der Sprachmittlerpool andere Fachbereiche, wie zum Beispiel das Gesundheitsamt, mit dem Ziel Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gut zu informieren und zu begleiten.

Der Sprachmittlerpool ist ein vielfach angefragter Service des KI, der in der Regel mehrere hundert Gespräche im Jahr begleitet, wenn z.B. die Verständigung mit Eltern in der Schule noch schwierig ist. Während der Corona-Krise war dies nicht mehr möglich und es war Kreativität gefordert, um die Integration zu unterstützen. Entsprechend verlagerte sich der Schwerpunkt der Tätigkeit auf schriftliche Übersetzungen.

Weitere Informationen finden Sie unter
"Kommunales Intergrationszentrum - Sprachmittlerpool"




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Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen
das Team Bildung und Integration der Kreisverwaltung Borken




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